Unternehmergespräch mit Staatssekretärin Katrin Schütz - MIT Bodensee und MIT Ravensburg laden ein

19. November 2018, alpha-EDV, Weingarten


Etwa ein Dutzend Unternehmer haben sich zusammengefunden und sind dem Aufruf der MIT Bodensee und der MIT Ravensburg gefolgt und haben sich mit Frau Staatssekretärin Katrin Schütz getroffen.

Das MIT-Mitglied Karl-Anton Feucht stellte die Räume seiner IT-Firma „alpha-EDV“ zur Verfügung.

Abbildung 1 v.l.n.r. U. Immler, G. Nägele, A. Schmieder, C. Bangert, U. Lipka, R. Dworak, Dr. H. Kräwinkel, R. Dauwalter (verdeckt), K. Schütz, K.-A. Feucht, D. Hermann, C. Pick-Gobs















Im direkten Austausch konnten alle Teilnehmer besprechen, was in kleinen Firmen immer wieder auffällt und häufig Probleme bereitet. Trotz der knappen Zeit wurden viele Themen angesprochen:

·        sehr viele KMU stehen vor einem Generationenwechsel oder alternativ,
     wenn die Nachfolger in der Familie fehlen, vor einer Betriebsübergabe
     oder einer -veräußerung.  Steuerliche, aber auch rein verfahrens-
     technisch Hindernisse erschweren den Übergang erheblich oder machen
     ihn unmöglich

·        Förderprogramme verlangen meist Anträge, die sehr umfangreich sind

·        Fördervorhaben werden meist von Banken beurteilt, die das
     Projektgeschehen der Firmen nicht wirklich beurteilen können und die
     Risiken lediglich über Liegenschaften absichern wollen (die bei etlichen
     Betrieben aber bereits beliehen sind). Hier fehlen Experten als
     Projektbewerter und ein Fond für Risikoanwendungen, der z.B. von den
     Unternehmen und vom Land gemeinsam finanziert wird

·        die betriebliche Digitalisierung stellt sich oft als finanzielle und/oder
      wissensmäßige Hürde dar

·        die Internetanbindung ist meist nicht ausreichend, es fehlen die
      Breitbandanschlüsse

·        Bauvorhaben stoßen auf staatliche Prozesse, die viel zu lange dauern
     und die durchaus Investitionsvorhaben zu Fall bringen können. Hier fehlt
     eine durchgängige Digitalisierung auf der Amtsseite, mehr geschultes
     Personal und parallele Bearbeitung der Vorgänge

·        die Unternehmenssteuern sind im Vergleich zu unseren Nachbarländern
     und im globalen Wettbewerb zu hoch

·        Funktionsverlagerungen ins Ausland werden mit einer Art
     „Wegzugssteuer“ bestraft, obwohl Zuhause keine Arbeitsplätze abgebaut
     werden

·        schon jetzt sind Firmen vom Mangel an Nachwuchs betroffen.

Vieles davon war Frau Schütz bekannt. Insbesondere, weil Sie als Unternehmerin im mittelständischen Familienbetrieb selbst betroffen war. Mehrfach konnte Sie praktische Hinweise und Hilfen geben.

So z.B. hat BaWü ein Förderprogramm zur Digitalisierung aufgelegt; für Unternehmen bis 100 Mitarbeiter gibt es eine Digitalisierungsprämie; Innovationsgutscheine können bezogen werden; für Betriebsübergaben gibt es staatliche Beratungshilfen. Informationen hierüber und über eine Reihe von Forschungsförderungen finden sich auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/innovation/ . Speziell für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge gibt es die Webseite ifex (https://www.gruendung-bw.de/).

Hinsichtlich des Mangels an Nachwuchs betonte Frau Schütz, dass man immer wieder darauf hinweisen sollte, welche vielfältigen Möglichkeiten durch die Dualen Hochschulen des Landes und die duale (Berufs-)Ausbildung gegeben sind. Das Wirtschaftsministerium fördert hier Ausbildungsbotschafter, die aus den Betrieben kommen und an Schulen über ihre Ausbildungsberufe berichten und so dafür werben, dass sich mehr Schülerinnen und Schüler für eine berufliche Ausbildung entscheiden.

Firmen, die in die Digitalisierung eintauchen wollen, empfahl Frau Schütz das „Innovation Camp Silicon Valley“ (https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/wirtschaftsministerium-ruft-innovation-camp-bw-silicon-valley-ins-leben/ ). In einer Art „Schnupperkurs“ gibt es die Möglichkeit, vor Ort bei San Francisco sich Ideen für ein Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens zu holen. Die Landesregierung macht auch eine Reihe von weiteren Angeboten für KMU zur Digitalisierung; Informationen zur Digitalisierungsstrategie der Landesregierung „digital@bw“ finden sich unter www.digital-bw.de.

Der Nachmittag mit Frau Schütz, Ihre Kompetenz und Ihre verbindliche Art, Informationen geben aber auch zuhören zu können, ist von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen worden. Wir bedanken uns bei Ihr und würden uns freuen, Sie in einem Jahr wieder einladen zu dürfen. Und vielleicht können bis dahin sogar einige Anregungen umgesetzt werden.