Frauen in Leitungsfunktion - gestern, heute morgen
2. April 2025, 18 – 20 Uhr, Colsman Forum Zeppelin Universität
Die MIT Mittelstands- und Wirtschaftsunion zusammen mit der
Zeppelin Universität und unterstützt durch den VdU Verband der Unternehmerinnen und der Frauenunion der CDU hatten eingeladen zu einer Podiumsdiskussion „Frauen in Leitungsfunktion – gestern, heute, morgen“.
Die Zeppelin Universität (ZU) hatte mit dem Colsman Forum in Fallenbrunnen einen geeigneten Raum gestellt und die studentische Gruppierung „fem:ability“ sowie die ZU-Eventmanagerin hatten vor Ort unterstützt.
Mit dieser Zusammenarbeit wollen die MIT und die ZU einen Beitrag leisten für eine weitere Integration der ZU in die Bodenseebevölkerung.
Gut besucht ergab sich eine Zusammensetzung des Publikums von ca. 70% Frauen und 30% Männern, also umgekehrt dem durchschnittlichen Verhältnis von Frauen in Leitungsfunktionen.
Neben einem Einführungsvortrag der Moderatorin Patricia Jabs (Steuer- und Unternehmensberaterin) über Erlebnisse als
Frau in einer von Männern dominierten Berufswelt und einem Vortrag über „Female Leadership“ durch Prof. Sabine Boerner (Lehrstuhl für Organizational Behavior, Universität Konstanz) entfachte sich eine lebhafte Diskussion zwischen dem Podium, dem neben beiden genannten Damen noch Romina Haller (CEO Haller Raumgestaltung) und Christine Moog (Geschäftsführerin Moog Brückenzugangstechnik) angehörten. An dieser Diskussion war das Publikum intensiv beteiligt und stellte neben Fragen viele eigene Beobachtungen aber auch Empfehlungen für die Gesellschaft und die Politik.
Trotz dem sogenannte „Female Leadership Gap“ (nur 30% aller Führungspositionen sind durch Frauen besetzt), dem „Gender Pay Gap“ und davon, dass Frauen mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Care Work investieren, ist – so Frau Boerner – der Unterschied im Führungsstil zwischen Männern und Frauen im Durchschnitt relativ gering. Frauen zeichnen sich dabei durch mehr Empathie aus. Die sachlichen Randbedingungen einer Firmenführung, egal welcher Größenordnung, bestimmen aber hauptsächlich die Abläufe und auch das Verhalten.
Im Allgemeinen kultivieren Frauen eher ein professionelles Understatement, während sich Männer einfach „geil“ finden (Boerner/Haas). Das weibliche Verhalten, bei bevorstehenden Aufgaben sich zu fragen, „kann ich dies überhaupt fachlich, sind meine persönlichen Randbedingungen dafür geeignet, gibt es andere, die besser wären als ich“ werden vom Publikum bestätigt. Verwiesen wird auch darauf, dass die Tatsache, dass nur Frauen Kinder kriegen und in der Folge meist aus dem Berufsleben geworfen werden, dadurch Nachteile in Karriere und in Entgelt bis in die Rente hinein haben, nur durch gesellschaftliches Verhalten und durch die Politik geändert werden kann.
Übereinstimmend kommt der Rat, dass Frauen nicht versuchen sollten, die besseren Männer zu sein. Man brauche die Mischung und vor allem die kombinierten Fähigkeiten nicht nur des jeweiligen Geschlechts, sondern auch den Blick auf Alter, Qualifikation und grundsätzlich Diversität. Wichtig seien auch sichtbare Vorbilder gerade hinsichtlich der Vereinbarung von Karriere und Familie.
Mitnehmen werden auch die beteiligten Organisationen den Hinweis aus dem Publikum, dass es auch für Frauen wichtig ist, geeignete MentorInnen zu haben.